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Geboren 1968 in Köln. Studium der Islamwissenschaften, Politologie und Öffentliches Recht in Bonn und Kairo. Die Autorin arbeitet als erste deutsche Wissenschaftlerin seit 1995 intensiv zur Berberbewegung im Maghreb. Ihre Magisterarbeit über die Berberbewegung in Algerien und die französische Diaspora sowie ihre Dissertation über die Berberbewegung in Marokko stellen im deutschsprachigen Raum die ersten umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema dar. Zwischen 1997 und 2000 zahlreiche Forschungsaufenthalte in Marokko, mit besonderem Schwerpunkt der Arbeit zu dem berberistischen Vereinswesen. Teilnahme am ersten Weltkongress der Berber in Tafira 1997. Die Autorin hat zahlreiche Artikel, Bücher und Vorträge zu diesem Thema verfasst.
Ebenfalls im Klaus Schwarz Verlag erschienen: „Die Berber in der historischen Entwicklung Algeriens von 1949 bis 1990. Zur Konstruktion einer ethnischen Identität", Klaus Schwarz Verlag, Berlin 1996.

Klaus Schwarz Verlag, Berlin
www.klaus-schwarz-verlag.com
[Islamkundliche Untersuchungen (247, 202)]

Gabriele Kratochwil: „Die Berberbewegung in Marokko. Zur Geschichte der Konstruktion einer ethnischen Identität (1912-1997)"
Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2002
Islamkundliche Untersuchungen 247
ISBN 3-87997-301-6
49,- Euro

Gabi Kratochwil: „Die Berber in der historischen Entwicklung Algeriens von 1949 bis 1990. Zur Konstruktion einer ethnischen Identität"
Klaus Schwarz Verlag, Berlin 1996
Islamkundliche Untersuchungen 202
ISBN 3-87997-254-0
42,- Euro

KRATOCHWIL Gabriele – Die Berberbewegung in Marokko. Zur Geschichte der Konstruktion einer ethnischen identität (1912-1997), Berlin, Gerd Winkerhane, Klaus Schwarz Verlag GmbH, 2002, 489s.

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende wissenschaftliche Untersuchung der Berberbewegung in Marokko. Auf der Grundlage eines sozio-historischen Ansatzes untersucht die Autorin die Herausbildung und Konsolidierung der marokkanischen Berberbewegung. Sie spannt dabei einen historischen Bogen von 1912 bis 1997. Die unterschiedlichen Aspekte der französischen Berberpolitik, die Rolle der Berber in der marokkanischen Unabhängigkeitsbewegung sowie ihre Stellung im postkolonialen Marokko werden in ihrer Bedeutung für die Herausbildung der Berberbewegung analysiert. Die ersten berberistischen Artikulationen (Mohamed Chafik) und die Gründung der ersten berberistischen Vereine in den 60er und 70er Jahren, die Sommeruniversität von Agadir 1980, die Charta von Agadir 1991, die Rede von S.M. Hassan II infolge der „Affäre Tilelli" 1994, das Berberistische Manifest 2000 und schließlich die Gründung des IRCAM durch S.M. Mohamed VI von 2001 markieren wichtige Eckdaten dieser Entwicklung. Auf der Grundlage der von der Autorin zwischen 1997 und 2000 durchgeführten Feldforschung erfolgt auch eine Bestandsaufnahme des berberistischen Vereinswesens (1967-1997). Hier werden die berberistischen Vereine, ihre Akteure, Aktivitäten und Zielsetzungen als Teil der marokkanischen Zivilgesellschaft vorgestellt. Einen wichtigen Teil nimmt die Analyse des berberistischen Diskurses ein, als Beitrag zur innermarokkanischen Auseinandersetzung um nationale Identität, Demokratisierung und Menschenrechte. In einem sehr lesenswerten Exkurs berichtet die Autorin auch über den ersten Weltkongress der Berber 1997 in Tafira.

Dieses Werk zeichnet sich nicht nur durch eine wissenschaftlich fundierte Analyse historischer Quellen aus, sondern vor allem durch die Auswertung zahlreicher Interviews mit Wissenschaftlern und Vertretern der Berberbewegung. Ergebnisse einer teilnehmenden Beobachtung fließen in die Arbeit ebenso ein, wie die Auswertung bis dahin unveröffentlichter Dokumente und geben ein umfassendes, detailliertes und sehr gut recherchiertes Gesamtbild der marokkanischen Berberbewegung. Zahlreiche Zitate, Literaturbeispiele, Illustrationen, Karten sowie ein Annex mit biographischen Angaben zu den Akteuren der Berberbewegung („who is who") runden das Buch ab und machen es zu einem unverzichtbaren Standardwerk.